Titel im Überblick

Diese Präsentation ist subjektiv und satirenah; es handelt sich um Kunst und Fiktion, nicht um Kaufberatung.

Tag der UFOs

Tag der UFOs (2023)

SF-Kurzhörspiele: Kosmischer Kreisverkehr, Melonensturt, Planet 'Paranoia', Spiegel der Venus.

Zur Seite
Staatsnah ... stiften

Staatsnah ... geht die Moderne stiften (2013)

Vier konkurrierende Initiativen fühlen sich einzigartig und wollen Stiftungsgeld.

Zur Seite
Stadt, Land, Schluss!

Stadt, Land, Schluss! (2010)

Teil 2 von 'Gewalt geht immer': Perfekte Staatsnähe - Verrat von innen am autonomen Aussteigerprojekt.

Zur Seite
Schmerz statt Kommerz

Schmerz statt Kommerz (2010)

Teil 1 von 'Gewalt geht immer': satirische Berichterstattung über urbane Gewalt zw. Hörfunkmoderatorin und Straßenreporter.

Zur Seite
Groupiedämmerung

Groupiedämmerung (2006)

Leo Greller mit Problem-Fans im Berliner Hickhack-Club: Krimi- und Mediensatire. Großstadt-Hedonisten sind von der Rolle ...

Zur Seite
Der Wächter der verbotenen Welt

Der Wächter der verbotenen Welt (2003)

SF: Aussteiger- und Rebellentum mit Quarantäne, Sekte, KI und Roboterplaneten.

Zur Seite
Halblang, Kleines!

Halblang, Kleines! (2003)

Schräge Biogrqafie mit NDR-Dudelfunk, Hamburger Schule und feuchtfröhlichen Einsichten beim Badewannen-Interview.

Zur Seite
Abgesang auf Leo G.

Abgesang auf Leo G. (2003)

Liedermacher Leo Greller auf der Reeperbahn: Mediensatire über ein misslungenes Radio-Feature mit buntem und schrägem Ensemble.

Zur Seite
Gehobene Narrenfreiheit

Gehobene Narrenfreiheit (1996)

Schwerer Zusammenstoß zwischen Firmenleitung, Betriebsrat und Ethikkommission im Autozubehör-Betrieb.

Zur Seite
Getrübte Einigkeit

Getrübte Einigkeit (1995)

Episodenhörspiel über politische Skurrilitäten und fortschreitenden gesellschaftlichen Wandel: Aktivismus, Armut, Aufrüstung etc.

Zur Seite

Kontext und Portale

Hartmut Lührs Hörspiele verbinden politische und mediale Satire mit Krimi, Science-Fiction und der Kunstfigur Leo Greller. Frühe Stücke wie Getrübte Einigkeit und Gehobene Narrenfreiheit verorten sich in der Bundesrepublik der 1990er. Ab 2003 treten Greller-Stücke (Abgesang auf Leo G., Halblang, Kleines!, später Groupiedämmerung und Stadt, Land, Schluss!) sowie der SF-Titel Der Wächter der verbotenen Welt hinzu. 2010 folgt Gewalt geht immer mit den Teilen Schmerz statt Kommerz und Stadt, Land, Schluss!; 2013 die Stiftungssatire Staatsnah ... geht die Moderne stiften; 2023 der Science Fiction Tag der UFOs.

Ab den 1990er Jahren verdichtet sich das Programm: Die Trilogie um Getrübte Einigkeit, Gehobene Narrenfreiheit und Geteilte Einsicht verhandelt Rüstung, Terrorismus, Obdachlosigkeit und käufliche Kunst im Ton der Hörspielgroteske – beeinflusst von Michael Gaida, aber mit eigener Kneipen- und Medienlogik. Lühr, 1970 in Hamburg geboren und über Kassetten, frühe Eigenproduktionen und zeitweise die Elektrocombo Abortive Gasp zum Medium gekommen, schließt später ein Soziologiestudium mit einer Arbeit zum Hörspiel in der Erlebnisgesellschaft ab. 1999 gründet er die unabhängige Seite hörspieler.de als Ort für Kritik, Interviews und Gegenöffentlichkeit – gegen die Tendenz, ambitionierte Stoffe den „schönen Erlebnissen“ der Spaßgesellschaft zu opfern.

Mit dem Umzug nach Berlin und Der Wächter der verbotenen Welt (2002/03) testet er die Genregrenze zur Science-Fiction; die gemischten Reaktionen führen ihn rasch zur vertrauten Satire zurück. Ab Abgesang auf Leo G. (2003) wird die Kunstfigur Leo Greller zum wiederkehrenden Reibepunkt: Liedermacher der Hamburger Schule, chaotisch, unkorrumpierbar und zuweilen moralisierende Nervensäge im Kultur- und Medienbetrieb. Über Groupiedämmerung, Halblang, Kleines!, Stadt, Land, Schluss! und die späteren Stiftungs- und UFO-Stücke bleibt die Linie erkennbar: politische und mediale Satire, die Institutionen, Förderlogik und Selbstbeschreibung der „finalmodernen“ Gesellschaft hörbar macht – unabhängig produziert, oft an den Rändern der öffentlich-rechtlichen Aufmerksamkeit.


Seite teilen